Verständnis der neurologischen und Gelenk-Gesundheit Ihres Berner Sennenhundes
Dieser Leitfaden hilft Ihnen dabei, Ihren Berner Sennenhund auf Anzeichen spezifischer Erkrankungen im Bereich der Nerven und Gelenke zu überwachen. Indem Sie lernen, worauf Sie zu Hause achten müssen, können Sie effektiv mit Ihrem Tierarzt zusammenarbeiten, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.
Kurze Antwort
Berner Sennenhunde sind anfällig für eine Reihe spezifischer Erkrankungen, die das Immunsystem, die Wirbelsäule und das Gehirn betreffen. Während einige dieser Erkrankungen, wie die immunvermittelte Polyarthritis, mit Entzündungen einhergehen, die medikamentös behandelt werden können, erfordern andere, wie das Wobbler-Syndrom oder Epilepsie, eine sorgfältige Beobachtung und diagnostische Tests. Indem Sie einen Referenzwert für das normale Verhalten und die Mobilität Ihres Hundes festlegen, können Sie schnell erkennen, wenn etwas nicht stimmt, und professionelle Hilfe suchen, bevor sich eine Erkrankung verschlimmert.
Immunvermittelte Polyarthritis
Diese Erkrankung beinhaltet eine Entzündung der Gelenke und ist eine anerkannte Neigung bei dieser Rasse. Sie wird oft als Polyarthritis-Meningitis-Syndrom bezeichnet. Möglicherweise bemerken Sie, dass Ihr Hund sich nur ungern bewegt, mit einem steifen oder stelzigen Gang läuft oder Schmerzen beim Aufstehen oder Gehen hat. Er kann auch Anzeichen eines allgemeinen Unwohlseins zeigen, wie Lethargie oder einen reduzierten Appetit.
Bei Ihrem Besuch in der Praxis wird der Tierarzt eine körperliche Untersuchung durchführen, um auf Gelenkschwellungen und Schmerzen zu prüfen. Er kann zudem Gelenkpunktionen vornehmen, um die Flüssigkeit in den Gelenken auf Anzeichen einer Entzündung zu untersuchen. Diese Erkrankung spricht oft gut auf eine immunsuppressive Behandlung an, welche die überaktive Immunantwort beruhigt. Der häufigste Fehler der Besitzer besteht darin, die Lahmheit lediglich auf eine Verletzung oder das Alter zurückzuführen, was zu unnötigen Verzögerungen beim Beginn der notwendigen medizinischen Behandlung führen kann.
Wobbler-Syndrom
Dies ist eine anerkannte Neigung der Rasse, die eine Kompression des Rückenmarks beinhaltet. Meist tritt diese Kompression in einer dorsalen oder dorsolateralen Position auf. Besitzer bemerken dies typischerweise, wenn ihr Hund beginnt, Schwäche in den Hinterläufen, einen torkelnden oder unkoordinierten Gang oder Schwierigkeiten beim Treppensteigen und auf rutschigen Oberflächen zu zeigen. In einigen Fällen kann der Hund mit den Zehen schleifen oder eine kürzere Schrittlänge als normal haben.
Ihr Tierarzt führt eine neurologische Untersuchung durch, um die Reflexe und die Propriozeption Ihres Hundes zu testen – also dessen Fähigkeit, die Position der Gliedmaßen im Raum wahrzunehmen. Bildgebende Verfahren wie ein MRT oder CT sind in der Regel erforderlich, um den Ort der Rückenmarkskompression zu bestätigen. Es ist wichtig zu beachten, dass es sich um ein strukturelles Problem handelt. Das Abwarten, ob sich der Zustand von selbst bessert, kann dazu führen, dass sich der Schaden am Rückenmark verschlimmert. Wenn Sie eine plötzliche Veränderung im Gangbild Ihres Hundes bemerken, ist dies ein dringender Fall, der sofortige tierärztliche Aufmerksamkeit erfordert.
Idiopathische Epilepsie
Idiopathische Epilepsie ist eine anerkannte Neigung bei dieser Rasse. Diese Erkrankung beinhaltet wiederkehrende Anfälle, für die keine zugrunde liegende strukturelle Ursache gefunden werden kann. Bei Berner Sennenhunden wird eine genetische Grundlage für diese Erkrankung stark vermutet oder ist belegt. Wahrscheinlich bemerken Sie, dass Ihr Hund plötzlich zusammenbricht, zuckt, mit den Beinen paddelt oder das Bewusstsein verliert. Diese Episoden können beängstigend sein, aber es ist wichtig, ruhig zu bleiben und den Bereich um Ihren Hund vor Gefahren zu schützen.
Bei Ihrem Besuch in der Praxis wird der Tierarzt eine Blutuntersuchung und möglicherweise weitere Tests durchführen, um Stoffwechselprobleme oder Gifte auszuschließen, die eine Epilepsie nachahmen können. Da die Ursache oft genetisch bedingt ist, wird die Diagnose typischerweise durch Ausschluss anderer Möglichkeiten gestellt. Der häufigste Fehler ist es, die Häufigkeit und Dauer der Anfälle nicht zu dokumentieren. Ein Protokoll zu führen oder ein Video eines Anfalls zu machen, ist das hilfreichste Werkzeug, das Sie Ihrem Tierarzt zur Verfügung stellen können, um die Diagnose zu bestätigen und den besten Behandlungsplan zu bestimmen.
Was sollte ich tun, wenn mein Hund einen Anfall hat?
Überwachung Ihres Hundes zu Hause
Um diesen Erkrankungen einen Schritt voraus zu sein, sollten Sie regelmäßig einen Gesundheitscheck durchführen. Erstellen Sie eine einfache monatliche Routine – oder eine wöchentliche bei älteren Hunden –, um den körperlichen Zustand, die Zahnfleischfarbe, die Mobilität und die Atmung in Ruhe zu beurteilen. Es ist auch hilfreich, eine schriftliche Liste aller Ernährungsumstellungen, Nahrungsergänzungsmittel oder neuen Vorsorgemaßnahmen zu führen, da diese manchmal die Symptome der oben genannten Erkrankungen maskieren oder erschweren können.
Verständnis der Natur dieser Erkrankungen
Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass diese Erkrankungen anerkannte Neigungen bei dieser Rasse sind. Während es natürlich ist, nach einem Grund zu suchen, warum Ihr spezifischer Hund betroffen sein könnte, sollte der Fokus auf dem Management und der Lebensqualität liegen. Ob die Erkrankung entzündlich oder strukturell ist, eine frühzeitige Intervention ist der beste Weg, Ihren Hund zu unterstützen. Indem Sie eng mit Ihrem Tierarzt zusammenarbeiten und detaillierte Einträge zur Gesundheit Ihres Hundes führen, geben Sie ihm die bestmögliche Chance auf ein langes und komfortables Leben.
My highlights & notes
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keinen tierärztlichen Rat. Bei Krankheit bitte einen Tierarzt aufsuchen.
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